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Tool 1.2: Internationalisierungsrisiken

Ich glaube, dass ich mit meinen Produkten sehr erfolgreich am südosteuropäischen Markt sein könnte. Aber welche Risiken sind damit verbunden?

Die Geschäftstätigkeit im Ausland ist zweifellos riskanter als das Inlandsgeschäft. Daher sollte man nicht nur die Chancen sehen, die sich dadurch ergeben, sondern vor allem auch die Risiken, die mit der Erschließung neuer Märkte verbunden sind, sorgfältig abwägen.

Die Gefahr beim Auslandsgeschäft besteht nicht nur darin, dass die Produkte nicht abgesetzt werden können oder mögliche Nachteile gegenüber lokalen Konkurrenten bestehen (Marktrisiken). Es gibt auch Risiken, mit denen Unternehmen am Heimmarkt meist nicht konfrontiert sind. Unsichere wirtschaftliche Entwicklungen (z. B. Wechselkurs, Inflation) sowie politisch-rechtliche Risiken (z. B. Rechtssicherheit, Korruption) können dabei eine wesentliche Rolle spielen.  

Um unerwünschte Überraschungen zu vermeiden, ist es daher wichtig, sich vorab über die Risiken im Zielmarkt zu informieren und deren Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens einzuschätzen. Basierend auf einer ersten Risikoeinschätzung kann man sich auf mögliche Gefahren vorbereiten und diese vermeiden bzw. zumindest absichern.

Risikoart
Beschreibung
Risiko ist für mein Vorhaben nicht relevant
Risiko ist für mein Vorhaben gut einschätzbar
Falls nicht, was ist mein nächster Schritt, um zusätzliche Informationen über das Risiko zu bekommen
Mögliche Maßnahmen zur Risikoverminderung
Wechselkursrisiko
Drohende Wechselkursverluste durch hohe Währungsschwankungen zwischen Heim- und Zielland
Inflationsrisiko
Risiko einer hohen Inflation am Zielmarkt -> Importwaren werden für Kunden teurer
Kreditrisiko
Risiko des Zahlungsverzugs oder Zahlungsausfalls von Kunden im Ausland
Transport- und Lagerrisiko
Mögliche Beschädigung, Verderben oder Verlust der Ware
Risiko der Einführung tarifärer Handelsschranken
Mögliche Einführung/Erhöhung von Importzöllen, Exportsubventionen, Abgaben, sonstige Gebühren etc.
Risiko der Einführung nichttarifärer Handelsschranken
Mögliche Einführung von Importquoten, administrative Hürden, technische Normen etc.
Mangelnde Rechtssicherheit
Juristische und administrative Hindernisse, z.B. lange Verfahrensdauern, Intransparenz, mangelnde Durchsetzbarkeit von Ansprüchen
Kapitaltransferrisiko
Beschränkungen für den Währungsumtausch / den Kapitalverkehr
Sicherheitsrisiko
Mögliche Krisen, Unruhen oder drohender Krieg bzw. Terrorismusgefahr im Zielland
Korruptionsrisiko
Politik, Verwaltung und Wirtschaft neigen zur Korruption
Steuerliches Risiko
Mögliche Steuererhöhungen / neue Steuern im Zielland
Enteignungsrisiko
Gefahr der Nationalisierung von Privateigentum
Quantitatives Marktrisiko
Zu wenig tatsächliches Marktpotenzial
Qualitatives Marktrisiko
Leistungen des eigenen Unternehmens entsprechen nicht den lokalen Anforderungen am Auslandsmarkt
Temporales Marktrisiko
Falscher Zeitpunkt des Markteintritts (zu früh/zu spät)
Wettbewerbsrisiko
Möglicher Markteintritt neuer oder Kampfmaßnahmen bestehender Mitbewerber
Sonstiges:
Quelle: zu den Risikoarten vgl. Sternad (2013). Die Internationalisierungsentscheidung. In: Sternad, D. et al. (Hrsg.), Grundlagen Export und Internationalisierung, Wiesbaden: Springer Gabler.